Begrüßung mit Küsschen:
Zwei neue Gorillas im Allwetterzoo Münster
Vielleicht war es Liebe auf den ersten Blick? Jedenfalls hat Gana den ein
Jahr älteren N'Kwango stürmisch begrüßt, als er gut zwei Stunden nach ihr in
seinem neuen Domizil eintraf. Für den Allwetterzoo ging mit der Ankunft
zweier neuer Gorillas am 1. Juni ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, denn
jetzt steigt die Hoffnung auf baldigen Nachwuchs bei diesen großen
Menschenaffen: Gana und N'kwango sollen das Sozial- und Liebesleben der
bislang dreiköpfigen Gorillagruppe in Münster auf Schwung bringen.
Nach monatelangem ständigen Drängeln und Bitten hatte das Komitee des
Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) dem Wechsel zweier junger
Gorillas in den Allwetterzoo zugestimmt. Und so traf am Dienstag nach
Pfingsten unter den Augen zahlreicher Zoobesucher die siebenjährige Gana aus
dem Kölner Zoo als erste in Münster ein. Sie musste ihre Familie verlassen,
weil sie geschlechtsreif wird und nicht vom eigenen Vater gedeckt werden
darf. Ängstlich und gleichzeitig neugierig inspizierte das Gorillaweibchen
sofort nach der Ankunft die neue Umgebung und zeigte sichtlich Freude, als
kurze Zeit nach ihr auch der achtjährige, im Zoo von Arnheim/NL geborene
N'Kwango eintraf. Er kam direkt aus dem Zoo Leipzig, in dem er zuletzt
gelebt hat. Dort hatte er seinem Vater die führende Position streitig
gemacht und musste deshalb die Gruppe verlassen.
Den wertvollen Zuwachs hat der Allwetterzoo wohl vor allem der vorbildlichen
neuen Anlage im Affricaneum zu verdanken, das erst vor knapp einem Jahr
eröffnet wurde. Den Gorillas stehen allein im Freigehege 1.250 m² Fläche zur
Verfügung, dazu kommen ein verglaster "Wintergarten" und ein Innengehege im
Menschenaffenhaus. In diesem Gehege lernten Gana und N'Kwango sich gleich am
ersten Tag in Münster kennen. Zu den schon länger im Allwetterzoo lebenden
Gorillas, dem 18jährigen Gorillamann Makokou und den 32 und 8 Jahre alten
Weibchen, werden die Neuen vorerst nur Sichtkontakt haben. Beim ersten
direkten Kontakt nach einer Eingewöhnungsphase von einigen Tagen wird es für
alle spannend, denn N'Kwango und Makokou, bislang einziger Mann in Münster,
werden sich wohl als Konkurrenten betrachten. Da Makokou als Zuchtmann
vermutlich untauglich ist, wird er über kurz oder lang das Feld räumen oder
sich mit dem neuen Mann arrangieren müssen.
Das Affricaneum mit seinen sehenswerten, großzügig und natürlich gestalteten
Freianlagen wurde im Juli 2003 eröffnet. Es umfasst neben den Anlagen für
Gorillas, die hier mit den wesentlich kleineren Rotscheitelmangaben zusammen
leben, auch große Freigehege für Schimpansen und afrikanische Schweine.