"Mary Zwo" notfallmäßig in die Klinik eingeliefert!Am 18. Mai freute sich der Allwetterzoo über erneuten Nachwuchs bei den Gorillas. Nachdem das erste, am 19.7.2006 in Münster geborene Gorillababy „Mary“ nach einer schweren Verletzung, die ihm vermutlich der noch unerfahrene und übermütige Vater „N’Kwango“ zugefügt hatte, am 3. Dezember gestorben war, ruhte nun alle Hoffnung auf dem neuen Baby.
Mutter „Gana“ zeigte sich anfänglich sehr fürsorglich. Doch schon kurz nach der Geburt beobachteten die Pfleger, dass der unerfahrene Vater „N’Kwango“ Mutter und Kind bedrängte. Um eine Verletzung des Kindes durch den Vater zu vermeiden, entschlossen wir uns, die Gruppe zu trennen: Mutter „Gana“ mit Baby und das ältere, ruhigere Weibchen „Fatima“ wurden getrennt von „N’Kwango“ und dem dritten Weibchen „Changa-Maidi“.
Nach dieser Trennung war allerdings zu beobachten, dass Mutter „Gana“ ihr Kind zeitweise etwas vernachlässigte. Vermutlich fehlte ihr die Anwesenheit der beiden anderen Gorillas. Als wir daraufhin vor etwa einer Woche die Gruppe wieder zusammen führten, kam es kurz darauf erneut zu Attacken durch den Vater und einer hektischen Situation, die uns veranlassten, die Gruppe wieder zu trennen. Seither wurden Mutter und Kind intensiv beobachtet.
Heute Morgen stellten die Pfleger fest, dass das Gorilla-Baby nahezu leblos im Arm der Mutter lag. Eile war geboten! Glücklicherweise konnten Mutter und Kind schnell voneinander getrennt werden. Während die Tierärztin sich um das unterkühlte Baby kümmerte, nahm der Zoodirektor Kontakt zur Uniklinik auf und bat um schnelle Hilfe. Die wurde sofort zugesagt, und das Baby unverzüglich zur Klinik gebracht. In der Notaufnahme konnten die Ärzte in relativ kurzer Zeit den lebensbedrohlichen Zustand dieses ungewöhnlichen Patienten stabilisieren, der unterkühlt, unterzuckert und ausgetrocknet war.
Seitdem liegt das Gorilla-Baby in einem Inkubator in einem separaten Raum der Kinder-Intensiv-Station und wird dort von den Ärzten und Kinderkrankenschwestern betreut.
30.06.2007
Gorillababy zurück im Allwetterzoo!
Der Zustand des gestern (30. Juni) in die Uniklinik Münster gebrachten Gorilla-Babys „Mary Zwo“ aus dem Allwetterzoo hat sich schnell stabilisiert. Da eine intensivmedizinische Versorgung nicht mehr nötig ist, wurde das Baby samt Inkubator von der Berufsfeuerwehr Münster heute Nachmittag, 17 Uhr in den Allwetterzoo gebracht. Der Zoodirektor wird über Nacht die Betreuung übernehmen, da er für diese auch schon im Krankenhaus eingeplant war.
Voraussichtlich morgen Vormittag wird das Baby in das Gorilla-Aufzucht-Zentrum des Zoologisch Botanischen Gartens Stuttgart gebracht, wo es in Kontakt mit anderen Gorilla-Kindern aufgezogen wird.
01.07.07 17:00 h
„Mary Zwo“ ist auf dem Weg nach Stuttgart!
Das Gorillababy aus dem Allwetterzoo Münster wird in die Aufzuchtstation für Menschenaffen im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart gebracht
Die erste Nacht nach dem kurzen Klinikaufenthalt verbrachte „Mary Zwo“ im Haus des Zoodirektors. Jörg Adler fütterte den Säugling mehrfach und gewöhnte das Gorillababy dabei an die bisher ungewohnte Milchflasche mit Gummisauger. Am Vormittag darauf konnte „Mary Zwo“ dann auf den Transport in den Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart vorbereitet werden. Dort befindet sich seit Jahrzehnten eine Aufzuchtstation für Menschenaffen. Weil regelmäßig auch Gorillababys aus europäischen Zoos in die Obhut der Stuttgarter Tiergärtner gegeben werden, hat „Mary Zwo“ dort beste Chancen, auf kleine Artgenossen zu treffen und mit diesen gemeinsam aufzuwachsen.
Nach Stuttgart begleitet wird „Mary Zwo“ von Menschenaffenpfleger Peter Bein. Er verbrachte schon die letzten Stunden vor der Abfahrt mit dem Gorillababy und übernahm von Jörg Adler die „Vaterpflichten“. Gegen 13 Uhr verließen Bein und „Mary Zwo“ in einem Fahrzeug des Sicherheitsunternehmens Securitas das Zoogelände. Nun wartet man in Münster gespannt auf die weitere Entwicklung in Stuttgart.
02.07.07