Training für den Flug nach Afrika!
Nur noch bis Ende August hat man im Allwetterzoo die Chance, einen Blick auf 20 Jungstörche und ihre acht Elternpaare zu erhaschen, so viel wie nie zuvor in Münster. Der zahlreiche Nachwuchs ist sehr erfreulich, da der Weißstorchbestand in den letzten Jahren in Deutschland abgenommen hat. Seit einigen Wochen sind die Jungstörche flügge. Ihre ersten Flugversuche haben sie hinter sich und sind immer öfter auch außerhalb des Zoogeländes zu sehen. Ziehen die Störche nicht gerade am Himmel ihre Kreise, tummeln sie sich auf dem Dach des Elefantenhauses oder des benachbarten Planetariums. Oft stehen sie auch auf den Feuchtwiesen und Feldern in Zoonähe, um nach Nahrung zu suchen. Die Nacht verbringen die Störche im Zoo.
1997 gab es das erste freifliegende Storchenpaar im Allwetterzoo. Die Vögel hatten die Attraktivität des Nistplatzes Zoo entdeckt und ließen sich im Streichelzoo auf einer alten Eiche nieder. In diesem Jahr wuchs die Zahl auf acht Storchenpaare. Sie bevorzugten die Großflugvoliere zum Brüten, auf der gleich vier Horste zu finden sind. Aber auch das Elefantengehege und das Afrikapanorama waren beliebte Brutplätze. Die Weißstörche sind teils weit gereist, um im Zoo zu brüten. Am auffallendsten ist eine französische Storchendame mit drei bunten Ringen am Bein, die bereits seit acht Jahren in Münster ihre Küken aufzieht. Aber auch aus den Niederlanden und der Schweiz finden Störche regelmäßig den Weg nach Münster. Ihre Herkunft wird anhand der Beringung festgestellt. Weil auch die meisten Jungstörche in diesem Jahr beringt wurden, kann demnächst vielleicht die Rückkehr von einigen „Münsteranern“ in den Allwetterzoo gemeldet werden.
Ende August verabschieden sich die im Zoo geschlüpften Jungstörche zum Überwintern in Richtung Afrika, im September folgt ein Teil der Eltern. Einige besonders kluge Vögel bleiben nämlich in Münster. Schließlich wissen sie, dass die Futterversorgung im Allwetterzoo auch im Winter nicht zu verachten ist.
15.08.07